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Schuldgefühle... eine Aufarbeitung

Vorab möchte ich eine TRIGGERWARNUNG geben, denn ich behandel in diesem Beitrag einige Themen aus meiner Vergangenheit, die in einem Leser eigene unangenehme Erinnerungen, Flashbacks hervorrufen können. Genauer gesagt geht es um mein gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis, um fatale Beziehungen und ansatzweise um meinen erlebten sexuellen Missbrauch. Also, geh, vor dem Lesen, bitte in Dich und überprüfe Dich ;) Generalisierte Schuldgefühle, damit verbundene tiefe Scham, Hemmungen und eine massive Unsicherheit begleiten mich, seit ich mich erinnern kann. Jede anscheinend instabile, unharmonische Situation führt in mir zu einem heftigen Unbehagen, egal, ob ich aktiv oder passiv, oder überhaupt beteiligt bin. Ich brauch nur in der Nähe sein, nur mitschneiden, dass etwas scheinbar nicht stimmt. Ob es sich um Worte, ein Gespräch, einen Konflikt, eine Handlung oder Nichthandlung, eine Geste, Mimik oder ein Stöhnen handelt, sofort ziehe ich mir den Schuh an. Ich überprüfe, geleitet von Schu...

Erkenntnisse…

Erkenntnis kann mensch als Prozess und Ergebnis eines durch Einsicht und/oder Erfahrung gewonnenen Wissens bezeichnen. Sie beinhaltet immer die Beziehung zwischen einem erkennenden Subjekt und einem erkannten Objekt. Erkenntnis kann sich auf einen Sachverhalt als auch auf einen Prozess beziehen. Je nachdem, ob eine Erkenntnis unmittelbar gewonnen wird oder ob sie durch eine indirekte Information entstanden ist, spricht man von der unmittelbaren, intuitiven, anschaulichen Erkenntnis oder von der mittelbaren, diskursiven, schlussfolgernden Erkenntnis. Im Laufe meines Lebens habe ich, wie jeder andere auch, unzählige Erkenntnisse, aufgrund Einsichten und Erfahrungen, erlangt. Ich bin, wie jeder, ein ewig Lernender, und das Ergebnis von Lernen ist eben Erkenntnis. Über Jahre, sogar den Großteil meines Lebens, habe ich es mir aber nicht gestattet, intuitiv, unmittelbar zu erkennen. Ich war so sehr fremdwahrnehmend und fremdgesteuert, dass Erkenntnisse mich betreffend von mir kontinui...

Vertrauen… (m)eine Gratwanderung

Vertrauen ist das Gefühl für oder der Glaube an jemanden oder etwas. Es bezeichnet die subjektive Überzeugung von der Richtigkeit oder Wahrheit von Handlungen, Erkenntnissen und Aussagen, oder der Korrektheit von Personen. Vertrauen kann sich auf eine Person oder das eigene Ich beziehen (Selbstvertrauen). Urvertrauen entwickelt sich  in der frühen Kindheit, durch die verlässliche, liebende und sorgende Zuwendung von Bezugspersonen. Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung von der Möglichkeit und der Fähigkeit zu Handlungen, nennt sich dann aber eher Zutrauen. Als Gegenteil von Vertrauen gilt Misstrauen. Eigentlich bin ich ein vertrauensvoller Mensch, bin vielleicht eher etwas naiv und mir fällt es leicht Bekanntschaften, "Freundschaften" zu schließen. Ich bin offen, umgänglich, freundlich, kommunikativ, zuvorkommend, hilfsbereit, verständnisvoll, humorvoll... wie gesagt, "ICH bin…". Ich bin davon ausgegangen, dass ich erstmal jedem vertraue, an dessen Intere...

Der innere Rebell... mein Weg zu MIR

Rebellieren - sich gegen einen bestehenden Zustand, bestehende Verhältnisse auflehnen, aufbegehren, sich widersetzen, sich zur Wehr setzen,  und eine Änderung herbeizuführen suchen; aber auch für etwas einstehen, einer Erkenntnis folgen, sich für einen Weg entscheiden, zu sich stehen... Ich war ein Aussenseiter, war das fünfte Rad am Wagen, merkwürdig, anders, aus der Norm.  Es interessierte sich kaum ein Mensch für mich, nicht einmal meine Bezugspersonen. Ich hatte kaum Freunde.  Ich war ein Kind,  missachtet,  missverstanden, misshandelt... und allein, einsam - ICH ist weg... Ich floh in eine andere Welt, fantastisch und imaginär. Dort war ich jemand, dort wurde ich gemocht, dort hatte ich Freunde,  war nicht allein . Jedes Mal, wenn es brenzlig wurde, floh ich dorthin - meine erste "kleine" Rebellion. Die Welt veränderte sich, ich veränderte mich. Imagination reichte nicht mehr. So floh ich in eine Welt aus Rausch und Selbstzerstörung - mei...

Sorge... mein (Un)Ruhestifter

"Sich Sorgen machen" bedeutet vorausschauend undifferenzierte, subjektive Not, Gefahren, Bedürfnisse oder Gefühle zu erwarten, welche sich problematisch auswirken könnten. Sie werden gedanklich vorweggenommen und können das Fühlen, Denken und Handeln beeinflussen. Das kann zu innerlicher Besorgnis, Befürchtung oder sogar Angst und Vermeidung führen, aber auch äußerlich zur Sorge um etwas oder jemanden, sich kümmern wollen. Wenn ich mir Sorgen mache, betrifft es meistens die Sorge um etwas oder jemanden, das unbändige Bedürfnis, mich kümmern zu müssen - und ich kümmerte mich. Bis vor kurzem diente es dazu, meinen eigenen Mangel an Empfindungen und Bedürfnissen auszugleichen. Denn ging es meinem Umfeld gut, ging es mir gut - dachte ich zumindest. Ich war natürlich auf dem Holzweg... Aktuelle oder anstehende Veränderungen machen mir auch Sorgen. Fragen, wie "Was wird dann?" oder "Wie kann ich das schaffen?", machen sich in meinem Kopf breit. Ich spin...

Wachtsamotionen... (m)ein Ausflug in die Emotions-Welt

Urlaub - idealerweise eine Zeit der Entspannung, der Ruhe und Gelassenheit, eine Möglichkeit zum Herunterfahren, zum In-sich-gehen, Nachdenken, Krafttanken, Zu-SICH-finden, zum Neustarten. Frei von jedem "Muss", habe ich diesen Urlaub genau dafür genutzt - für mein Projekt der achtsamen Emotions-Wahrnehmung: die Wachtsamotionen... In meiner Kindheit wurden meine Emotionen nie ernstgenommen. Ich wurde missachtet, erniedrigt, verhöhnt, sogar beschimpft und bestraft, weil ich fühlte. Es war nicht wichtig, was ich empfand. Ich "musste" meine Gefühle unterdrücken, um mich zu schützen. An anderer Stelle hab ich bereits beschrieben, dass sich deshalb mein Handeln immer nach anderen richtete. Einzig Fremdwahrnehmung bestimmte mein Leben. Dadurch hatten mein Umfeld, deren "gesellschaftliche Normen" und daraus resultierende Zwänge und Ängste, einen erheblichen Einfluss auf mein Gefühlsleben. Weinen, Wut und andere Gefühlsausbrüche wurden nicht geduldet und schwer...

Wahrnehmung… (m)ein mentaler Motor

Die Wahrnehmung ist der Prozess der Informationsgewinnung und -verarbeitung von Reizen aus der Außenwelt und dem Körperinneren, durch Filtern und Zusammenführen von Teil-Informationen zu subjektiv sinn­vollen Gesamteindrücken. In der Psychologie bezeichnet Wahrnehmung die Summe der Schritte Aufnahme, Auswahl, Verarbeitung und Interpretation von Informationen Die Wahrnehmung der Außenwelt bezieht sich auf die „fünf Sinne“ (Riechen, Sehen, Hören, Schmecken und Fühlen), die Psychologie kennt daneben die Selbst- und Fremdwahrnehmung, also Überzeugungen, die wir von uns selbst, unserem Empfinden und Verhalten haben, und Eindrücke, die andere von uns gewinnen. Wahrnehmung ermöglicht sinnvolles Handeln und den Aufbau von mentalen Modellen der Welt und dadurch vorgreifendes und planerisches Denken. Wahrnehmung ist eine Grundlage von Lernprozessen. Inhalte und Qualitäten einer Wahrnehmung können durch gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit und durch Wahrnehmungsstrategien verändert werd...

Meine Schuld... Antrieb und Bremse

Ich habe vor kurzem bereits einen Beitrag zum Thema Schuld & Scham veröffentlicht, möchte aber nochmal detaillierter auf das Thema Schuld eingehen, da es sich um DIE Emotion in meinem Leben, in meinem Alltag handelt, welche alle anderen Emotionen beeinflusst. Die meisten meiner Entscheidungen, Handlungen und Nichthandlungen, Worte und Gedanken, stumm oder laut, entstehen aus einem direkten oder indirekten Schuldgefühl. Ein direktes Schuldgefühl empfinde ich, wenn mein Handeln, mein Bedürfnis oder meine Worte einen Einfluss auf mein Umfeld hatten,  haben oder haben   könnten. Ich zweifel an mir, zweifle die Richtigkeit, Rechtmäßigkeit und Aufrichtigkeit meiner Empfindungen und daraus resultierenden Taten an, egal ob vergangen, gegenwärtig oder zukünftig. Mir fällt es deshalb schwer, zu mir und meinem Handeln zu stehen. Bedürfnisse und Wünsche bleiben oft ungesagt oder sind "schuld-gefiltert". Ich verleugne mich, orientiere mich an meinem Umfeld und bitte um...

Trigger & Flashback... zurück in die Vergangenheit

Durch  einen sogenannten " Trigger " (Auslöser oder  Schlüsselreiz), kann ein sogenannter " Flashback " ( plötzliches, intensives Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder früherer Gefühlszustände)  ausgelöst werden, welcher so stark sein  kann , dass die Person unfähig ist, eine Erinnerung  als diese  zu erkennen und erlebt sie förmlich als aktuelles Ereignis,  insbesondere bei einem posttraumatischen Belastungssyndrom, einer Zwangserkrankung oder Angststörung . Im psychologischen Sinn sind Trigger  Sinneseindrücke, Signale und Reize. Sie sind überall. Menschen, Worte, Gespräche, Geräusche, Farben, Bewegungen, Blicke, Bilder, Orte. Auch Mimik, Gestik, Verhalten, Namen, Situationen, Töne, Klänge, Stimmlagen, Konflikte können Trigger sein, oder der Jahrestag des Erlebten. Sie stehen im Zusammenhang mit erlebten Gefahrensituationen, seelischen oder körperlichen Missbrauch. Vermeidungsverhalten, um einem möglichen Trigger vorz...

Konflikte... ein (un)mögliches Ende

Konflikte, u.a. in einer Beziehung, entstehen aufgrund unterschiedlicher Meinungen, Erwartungen, Einstellungen, Bedürfnisse... die Liste ist lang. Konflikte entstehen aufgrund Verschiedenheit, Individualität. Aber es gibt auch die sogenannten intrapersonalen Konflikte, die sich in der Psyche eines Menschen abspielen, zum Beispiel Zweifel oder Gewissensbisse. Das Wort ,,Konflikt" stammt von dem lateinischen Begriff "conflictus" und bedeutet Aneinanderschlagen, Zusammenstoßen, im weiteren Sinne auch Kampf, Streit.  Konflikte stören das "normale" Leben und halten von einem gewohnten Handlungsablauf ab.  Konflikte haben die Tendenz zu eskalieren, weiten sich in der Regel aus und nehmen an Intensität zu. Ich bezeichne mich als "konflikt-unfähig". Oh ja, ich kann deutlich eine Sachlage erläutern , barsch einen Fakt  vertreten , vielleicht sogar meine Meinung zu allgemeinen Themen äußern . Aber in zwischenmenschlichen Situationen, und Emotionen betr...

Schuld & Scham... die ewig lauernden Untiere

Das  Schuldgefühl  ist eine soziale Emotion, welche einer Fehlreaktion folgt. Körperliche Reaktionen (Erröten, Schwitzen, depressive Verstimmung, Fieber oder Magenverstimmung) sind vergleichbar mit denen der Scham oder Angst. Schuld und Scham können leicht verwechselt werden. Während Schuld durch eine negative Bewertung eines Verhaltens erzeugt wird („ich habe etwas Falsches getan“), wird Scham durch eine negative Bewertung des globalen Selbsts erzeugt („ich bin ein schlechter Mensch“). Scham  ist ein Gefühl der Verlegenheit oder Bloßstellung, welches durch das Bewusstsein, sozialen Erwartungen oder Normen nicht entsprochen zu haben,  auftreten kann .  Scham tritt zum Beispiel bei empfundener Entblößung oder einem Ehr- oder Achtungsverlust im sozialen Umfeld auf. (Wikipedia: Schuldgefühl / Scham ) Soviel zur "offiziellen" Definition... Schuld und Scham spielen in der Psychologie eine große Rolle, hängen diese Emotionen doch eng mit ...

Wieder ein "Spaziergang"... (k)ein Licht am Ende des Tunnels

In letzter Zeit werden die dissoziativen Zustände, die "Spaziergänge", wieder häufiger. Etwa ein- bis zweimal in der Woche, manchmal öfter, "spaziere" ich bis zu zwanzig Stunden, ohne Bewusstsein, durch die Gegend. Die körperlichen Auswirkungen, die dauerhaften Schmerzen, die Einschränkungen in der Bewegung, sind immens. Damit verbunden, ist meine Stimmung, mein Befinden entsprechend. Ich fühle mich getrieben, spüre eine massive Unruhe, chaotische Gedanken, die ich nicht fassen kann. Damit einher geht eine unerklärliche allumfassende Unzufriedenheit.  Gründe für die erhöhte Intensität  kann ich nur vermuten.  Ich denke, dass einige Veränderungen in unserem Tagesablauf, der neue Garten, die Aussicht auf eine Therapie und damit verbundene Sorgen, Ängste und Gedanken, ursächlich für eine unkontrollierte Reizaufnahme sind, aber auch vermehrte Termine und Besuche. Die posttraumatischen Folgen tragen ihren Teil bei. Ich benötige eine gewisse Struktur, um die Gedankenv...