Wieder ein "Spaziergang"... (k)ein Licht am Ende des Tunnels
In letzter Zeit werden die dissoziativen Zustände, die "Spaziergänge", wieder häufiger. Etwa ein- bis zweimal in der Woche, manchmal öfter, "spaziere" ich bis zu zwanzig Stunden, ohne Bewusstsein, durch die Gegend. Die körperlichen Auswirkungen, die dauerhaften Schmerzen, die Einschränkungen in der Bewegung, sind immens. Damit verbunden, ist meine Stimmung, mein Befinden entsprechend.
Ich fühle mich getrieben, spüre eine massive Unruhe, chaotische Gedanken, die ich nicht fassen kann. Damit einher geht eine unerklärliche allumfassende Unzufriedenheit.
Gründe für die erhöhte Intensität kann ich nur vermuten. Ich denke, dass einige Veränderungen in unserem Tagesablauf, der neue Garten, die Aussicht auf eine Therapie und damit verbundene Sorgen, Ängste und Gedanken, ursächlich für eine unkontrollierte Reizaufnahme sind, aber auch vermehrte Termine und Besuche. Die posttraumatischen Folgen tragen ihren Teil bei.
Ich benötige eine gewisse Struktur, um die Gedankenverläufe zu kontrollieren, Wichtiges von Unwichtigen, welches mich extrem ablenkt, zu trennen. Diese Struktur fehlt mir zur Zeit, aufgrund oben beschriebenen. Ähnlich einem Authisten, bringt mich Unerwartetes heftigst durcheinander. Ungehemmte Reizaufnahme führt dann zu einer Reizüberflutung und Hyperaktivität im Gehirn, wodurch Panikattacken und dissoziative Zustände ausgelöst werden.
Verzweiflung, Unsicherheit und vermehrt mangelnder Selbstwert machen sich breit. Ich werde getrieben von Schuld- und Schamgefühlen gegenüber meinem Umfeld. Sorge und eine massive Anspannung bestimmen mein Handeln. An ein "normales" Empfinden ist nicht mehr zu denken. Der Teufelskreis beginnt...
Verzweiflung, Unsicherheit und Sorge führen zu mehr Unruhe, Unzufriedenheit und Chaos im Kopf, zu mehr Strukturlosigkeit, und somit zu neuen dissoziativen Zuständen.
In solchen Situationen fällt es mir äußerst schwer, einzulenken. Einen Punkt zu finden, den Teufelskreis zu unterbrechen, scheint unmöglich, gestaltet sich der Kreis doch eher als Spirale, mit steigender Intensität und kürzeren Abständen. Die Anspannung steigt! Je höher die Anspannung, desto aufwändiger die Anstrengungen, ein Einlenken möglich zu machen.
Doch mir ist klar, dass ich einlenken muss! Ich bin ein Kämpfer, weigere mich, aufzugeben. Ich nutze verschiedene Hilfsmittel, die mich unterstützend begleiten.
Zum einen ist da meine Frau, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie zeigt mir Möglichkeiten auf, meine Sicht zu korrigieren. Sie nimmt mir beispielsweise die Schuldgefühle, in dem sie mich beruhigt, an meinen Humor und meine Gelassenheit appelliert, und mich sozusagen "entschuldigt".
Ganz wichtig sind meine Skills, Fertigkeiten und Handlungsabfolgen, die beruhigend und entspannend wirken. Ich unterteile diese in Soft-Skills, bei leichter Anspannung, und Hard-Skills, bei massiver Anspannung, sowie Worst-Case-Skills, wenn garnichts mehr geht.
Ein Worst-Case-Skill ist das Öffnen und Herausziehen einer Eisfach-Schublade, oder das Ziehen einer Gabel über einen Teller. Die Geräusche rufen in mir eine Abneigung hervor, einen Schauer, der mich unmittelbar ins Hier-und-Jetzt zurückholt. Manchmal hat nur der Gedanke daran einen ähnlichen Effekt, da das Geräusch in meiner Sound-Datenbank im Gehirn gespeichert ist.
Um die Anspannung weiter zu senken, folgt dann ein Hard-Skill. Ich lass mir kaltes Wasser über Nacken und Arme laufen, löse Matheaufgaben, oder ich verwende mehrmals einen sogenannten "Knackfrosch", bei dem, durch Drücken, ein lautes, für mich unangenehmes Knacken oder Knallen entsteht, welchen ich direkt ans Ohr halte. Dadurch lenke ich das Chaos im Kopf, und somit die Gründe für die Anspannung und eine mögliche Dissoziation, in den Hintergrund und meine Konzentration auf einen Punkt.
Mit Soft-Skills, etwa einer Atemübung, dem Rückwärtszählen, oder dem Massieren eines Nadelballs, einem Holzball mit spitzen Ecken, in der Hand, bringe ich die Anspannung auf ein ertragbares Level, in dem ein einigermaßen "normales" Denken und Handeln möglich ist.
Habe ich dieses Level erreicht, greife ich auf meine "Challenges" und mein "Futter für die Seele" zurück, um es zu halten.
Aufgrund der neurologischen Wahrnehmungsstörung ist eine dauernde erhöhte Anspannung, die damit verbundene Unruhe und Getriebenheit, leider "Normalität", weshalb ich immer auf dem Sprung bin. Eine funktionierende Skill-Kette ist unerlässlich, Abwechslung von Nöten, da die Wirkung mit der Zeit nachlässt.
Oft komme ich gar nicht erst dazu, Skills anzuwenden, da der Sprung in der Anspannungskurve von 50 auf 100% innerhalb nur einer Sekunde erfolgt... und ICH bin weg...
Ich fühle mich getrieben, spüre eine massive Unruhe, chaotische Gedanken, die ich nicht fassen kann. Damit einher geht eine unerklärliche allumfassende Unzufriedenheit.
Gründe für die erhöhte Intensität kann ich nur vermuten. Ich denke, dass einige Veränderungen in unserem Tagesablauf, der neue Garten, die Aussicht auf eine Therapie und damit verbundene Sorgen, Ängste und Gedanken, ursächlich für eine unkontrollierte Reizaufnahme sind, aber auch vermehrte Termine und Besuche. Die posttraumatischen Folgen tragen ihren Teil bei.
Ich benötige eine gewisse Struktur, um die Gedankenverläufe zu kontrollieren, Wichtiges von Unwichtigen, welches mich extrem ablenkt, zu trennen. Diese Struktur fehlt mir zur Zeit, aufgrund oben beschriebenen. Ähnlich einem Authisten, bringt mich Unerwartetes heftigst durcheinander. Ungehemmte Reizaufnahme führt dann zu einer Reizüberflutung und Hyperaktivität im Gehirn, wodurch Panikattacken und dissoziative Zustände ausgelöst werden.
Verzweiflung, Unsicherheit und vermehrt mangelnder Selbstwert machen sich breit. Ich werde getrieben von Schuld- und Schamgefühlen gegenüber meinem Umfeld. Sorge und eine massive Anspannung bestimmen mein Handeln. An ein "normales" Empfinden ist nicht mehr zu denken. Der Teufelskreis beginnt...
Verzweiflung, Unsicherheit und Sorge führen zu mehr Unruhe, Unzufriedenheit und Chaos im Kopf, zu mehr Strukturlosigkeit, und somit zu neuen dissoziativen Zuständen.
In solchen Situationen fällt es mir äußerst schwer, einzulenken. Einen Punkt zu finden, den Teufelskreis zu unterbrechen, scheint unmöglich, gestaltet sich der Kreis doch eher als Spirale, mit steigender Intensität und kürzeren Abständen. Die Anspannung steigt! Je höher die Anspannung, desto aufwändiger die Anstrengungen, ein Einlenken möglich zu machen.
Doch mir ist klar, dass ich einlenken muss! Ich bin ein Kämpfer, weigere mich, aufzugeben. Ich nutze verschiedene Hilfsmittel, die mich unterstützend begleiten.
Zum einen ist da meine Frau, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie zeigt mir Möglichkeiten auf, meine Sicht zu korrigieren. Sie nimmt mir beispielsweise die Schuldgefühle, in dem sie mich beruhigt, an meinen Humor und meine Gelassenheit appelliert, und mich sozusagen "entschuldigt".
Ganz wichtig sind meine Skills, Fertigkeiten und Handlungsabfolgen, die beruhigend und entspannend wirken. Ich unterteile diese in Soft-Skills, bei leichter Anspannung, und Hard-Skills, bei massiver Anspannung, sowie Worst-Case-Skills, wenn garnichts mehr geht.
Ein Worst-Case-Skill ist das Öffnen und Herausziehen einer Eisfach-Schublade, oder das Ziehen einer Gabel über einen Teller. Die Geräusche rufen in mir eine Abneigung hervor, einen Schauer, der mich unmittelbar ins Hier-und-Jetzt zurückholt. Manchmal hat nur der Gedanke daran einen ähnlichen Effekt, da das Geräusch in meiner Sound-Datenbank im Gehirn gespeichert ist.
Um die Anspannung weiter zu senken, folgt dann ein Hard-Skill. Ich lass mir kaltes Wasser über Nacken und Arme laufen, löse Matheaufgaben, oder ich verwende mehrmals einen sogenannten "Knackfrosch", bei dem, durch Drücken, ein lautes, für mich unangenehmes Knacken oder Knallen entsteht, welchen ich direkt ans Ohr halte. Dadurch lenke ich das Chaos im Kopf, und somit die Gründe für die Anspannung und eine mögliche Dissoziation, in den Hintergrund und meine Konzentration auf einen Punkt.
Mit Soft-Skills, etwa einer Atemübung, dem Rückwärtszählen, oder dem Massieren eines Nadelballs, einem Holzball mit spitzen Ecken, in der Hand, bringe ich die Anspannung auf ein ertragbares Level, in dem ein einigermaßen "normales" Denken und Handeln möglich ist.
Habe ich dieses Level erreicht, greife ich auf meine "Challenges" und mein "Futter für die Seele" zurück, um es zu halten.
Aufgrund der neurologischen Wahrnehmungsstörung ist eine dauernde erhöhte Anspannung, die damit verbundene Unruhe und Getriebenheit, leider "Normalität", weshalb ich immer auf dem Sprung bin. Eine funktionierende Skill-Kette ist unerlässlich, Abwechslung von Nöten, da die Wirkung mit der Zeit nachlässt.
Oft komme ich gar nicht erst dazu, Skills anzuwenden, da der Sprung in der Anspannungskurve von 50 auf 100% innerhalb nur einer Sekunde erfolgt... und ICH bin weg...
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