"Angst" handelt von den unterschiedlichen Ängsten, denen jeder ausgesetzt sein kann, von der Machtlosigkeit, die diese mit sich bringen, auch von krankhaften lähmenden Ängsten...
Vorab möchte ich eine TRIGGERWARNUNG geben, denn ich behandel in diesem Beitrag einige Themen aus meiner Vergangenheit, die in einem Leser eigene unangenehme Erinnerungen, Flashbacks hervorrufen können. Genauer gesagt geht es um mein gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis, um fatale Beziehungen und ansatzweise um meinen erlebten sexuellen Missbrauch. Also, geh, vor dem Lesen, bitte in Dich und überprüfe Dich ;) Generalisierte Schuldgefühle, damit verbundene tiefe Scham, Hemmungen und eine massive Unsicherheit begleiten mich, seit ich mich erinnern kann. Jede anscheinend instabile, unharmonische Situation führt in mir zu einem heftigen Unbehagen, egal, ob ich aktiv oder passiv, oder überhaupt beteiligt bin. Ich brauch nur in der Nähe sein, nur mitschneiden, dass etwas scheinbar nicht stimmt. Ob es sich um Worte, ein Gespräch, einen Konflikt, eine Handlung oder Nichthandlung, eine Geste, Mimik oder ein Stöhnen handelt, sofort ziehe ich mir den Schuh an. Ich überprüfe, geleitet von Schu...
Für Betroffene von Erkrankungen, psychische wie physische, ist der Alltag oft eine Herausforderung, ein Drahtseilakt. Möglichkeiten sind Einschränkungen unterlegen. Oft sind wir auf Hilfe angewiesen, die nicht immer zur Verfügung steht. Manche krankheitsbedingte Hindernisse sind unüberwindbar. So kann ein "einfacher, normaler" Gang zu einer niederschmetternden Belastung werden. Auch ich bin oft in solchen Situationen. Da alleinige Wege ausserhalb meiner sicheren Umgebung ausnahmslos zu dissoziativen Zuständen, einem unkontrollierten Weggang und Wegtreten, führen, oder Panikattacken mein Denken und Handeln lähmen, bin ich immer auf Hilfen angewiesen. Selbstzweifel, mangelnder Selbstwert und die Unfähigkeit Emotionen zu deuten, tuen ihr Übriges. Neben meinem Hilfesystem, von dem ich im letzten Beitrag berichtet habe, habe ich mir selbst einige Praktiken, Rituale und Möglichkeiten geschaffen, die mich im Alltag unterstützen - mein "Futter für die Seele". In...
In letzter Zeit werden die dissoziativen Zustände, die "Spaziergänge", wieder häufiger. Etwa ein- bis zweimal in der Woche, manchmal öfter, "spaziere" ich bis zu zwanzig Stunden, ohne Bewusstsein, durch die Gegend. Die körperlichen Auswirkungen, die dauerhaften Schmerzen, die Einschränkungen in der Bewegung, sind immens. Damit verbunden, ist meine Stimmung, mein Befinden entsprechend. Ich fühle mich getrieben, spüre eine massive Unruhe, chaotische Gedanken, die ich nicht fassen kann. Damit einher geht eine unerklärliche allumfassende Unzufriedenheit. Gründe für die erhöhte Intensität kann ich nur vermuten. Ich denke, dass einige Veränderungen in unserem Tagesablauf, der neue Garten, die Aussicht auf eine Therapie und damit verbundene Sorgen, Ängste und Gedanken, ursächlich für eine unkontrollierte Reizaufnahme sind, aber auch vermehrte Termine und Besuche. Die posttraumatischen Folgen tragen ihren Teil bei. Ich benötige eine gewisse Struktur, um die Gedankenv...
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